Das Sortieren vor der Beratung ist bei einer Krypto-Steuererklärung der teuerste Teil. Wer vorbereitet kommt, zahlt weniger und bekommt ein Ergebnis, das hält.
Prüfen, würdigen und verantworten: das ist die Arbeit einer Kanzlei. Wissen, was du besitzt, kann sie nicht.
Bei Aktien erübrigt sich das: Die Bank liefert eine Steuerbescheinigung, und dort steht alles. Bei Krypto gibt es diese Bescheinigung nicht. Es gibt Adressen auf öffentlichen Blockchains, Exporte in unterschiedlicher Qualität und Konten bei Anbietern, die niemand außer dir kennt.
Deshalb beginnt die Arbeit bei dir und nicht in der Kanzlei. Was du lieferst, entscheidet darüber, ob dort gerechnet oder erst einmal gesucht wird.
Alle Adressen, mit Kette. Jede Wallet, die im betroffenen Zeitraum aktiv war, auch die längst leere und die, deren Schlüssel verloren sind. Für die Rechnung reicht die Adresse, ein Zugriff ist nicht nötig.
Alle Börsenkonten, auch die geschlossenen. Mit vollständigem Export über alle Jahre, nicht über die letzten zwölf Monate. Trades, Ein- und Auszahlungen, Gebühren, Zinsen und Konvertierungen gehören dazu.
Die Zuordnung der Adressen. Welche gehören dir, welche einer anderen Person, welche einem Dienst. Diese Angabe kann nur von dir kommen, und sie entscheidet je Transfer über steuerneutral oder Verkauf.
Euro-Ein- und Auszahlungen. Kontoauszüge für Käufe gegen Euro und für Auszahlungen aufs Bankkonto. Dieser Spur folgt ein Finanzamt zuerst.
Die Vorjahre. Auch wenn nur ein Jahr erklärt wird: FIFO greift auf den ältesten Bestand zu, und der liegt oft Jahre zurück.
Bereits erklärte Jahre. Wenn schon einmal Krypto erklärt wurde, gehören die damaligen Zahlen und der Bescheid dazu, damit die Fortschreibung anschließt.
Drei Dinge, an denen jede Auswertung hängt und die niemand außer dir beantworten kann. Die erste davon ist die teuerste.
Die Zuordnung fremder Adressen. Ein Abgang auf eine unbekannte Adresse ist aus Sicht des Finanzamts ein Verkauf zum Marktkurs. Ist es deine zweite Wallet, ist es ein steuerneutraler Transfer, und das Anschaffungsdatum läuft weiter. Der Unterschied kann fünfstellig sein, und in der Blockchain steht er nicht.
Die Einordnung unklarer Vorgänge. Ein Zufluss aus einem Vertrag kann ein Reward sein, ein Rücktausch, eine Rückzahlung oder Spam. Woher er kam, weiß nur, wer dabei war.
Die Vollständigkeit. Ob die gelieferten Daten in sich schlüssig sind, kann eine Kanzlei prüfen. Ob eine Wallet fehlt, sieht sie nicht.
Wenn die Daten stehen, ist das Ergebnis ein Bericht, und der sollte so aussehen, dass eine Kanzlei ihn übernehmen kann, statt ihn nachzubauen:
Was davon warum wichtig ist, steht ausführlich in Was das Finanzamt sehen will. Welche Zahl am Ende in welche Zeile geht, in Anlage SO ausfüllen.
Sie ist nicht die, die viele erwarten.
| Wer | Aufgabe |
|---|---|
| Du | Quellen sammeln, Adressen zuordnen, die offenen Punkte entscheiden |
| Das Werkzeug | FIFO je Wallet, Kreuzbewertung beim Tausch, Kurse zum Zeitpunkt, Gebühren am richtigen Geschäft, Summen je Vorschrift |
| Die Kanzlei | würdigen und unterschreiben: ist die Sicht bei Pools vertretbar, ist die Tätigkeit noch privat, wie geht man mit einem nachzuerklärenden Jahr um |
Die erste Zeile ist die, die sich nicht delegieren lässt, und sie ist der Grund, warum blockbilanz offene Punkte anzeigt, statt sie stillschweigend zu füllen.
Wer diese Reihenfolge umdreht und der Kanzlei einen Ordner Rohdaten übergibt, bezahlt die Sortierarbeit zum Stundensatz einer Beratung. Das ist der teuerste Weg zum selben Ergebnis.
Wenn Sie als Kanzlei mit Mandanten arbeiten, die Kryptowerte halten: Der Weg oben ist der, den blockbilanz unterstützt. Der Mandant arbeitet in seinem eigenen Bereich, entscheidet die offenen Punkte selbst und übergibt einen abgeschlossenen Bericht, der sich nicht mehr ändert. Was ab 2026 an Meldedaten gegen diesen Bericht läuft, steht in CARF und DAC8.
Dieser Text erklärt, wie blockbilanz rechnet, und ersetzt keine Steuerberatung. Für deinen Einzelfall gilt, was dein Steuerberater oder dein Finanzamt sagt.