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Krypto beim Steuerberater: welche Unterlagen nötig sind

Das Sortieren vor der Beratung ist bei einer Krypto-Steuererklärung der teuerste Teil. Wer vorbereitet kommt, zahlt weniger und bekommt ein Ergebnis, das hält.

Veröffentlicht am 23. September 2026

Warum die Vorarbeit bei dir liegt

Prüfen, würdigen und verantworten: das ist die Arbeit einer Kanzlei. Wissen, was du besitzt, kann sie nicht.

Bei Aktien erübrigt sich das: Die Bank liefert eine Steuerbescheinigung, und dort steht alles. Bei Krypto gibt es diese Bescheinigung nicht. Es gibt Adressen auf öffentlichen Blockchains, Exporte in unterschiedlicher Qualität und Konten bei Anbietern, die niemand außer dir kennt.

Deshalb beginnt die Arbeit bei dir und nicht in der Kanzlei. Was du lieferst, entscheidet darüber, ob dort gerechnet oder erst einmal gesucht wird.

Die Liste

Alle Adressen, mit Kette. Jede Wallet, die im betroffenen Zeitraum aktiv war, auch die längst leere und die, deren Schlüssel verloren sind. Für die Rechnung reicht die Adresse, ein Zugriff ist nicht nötig.

Alle Börsenkonten, auch die geschlossenen. Mit vollständigem Export über alle Jahre, nicht über die letzten zwölf Monate. Trades, Ein- und Auszahlungen, Gebühren, Zinsen und Konvertierungen gehören dazu.

Die Zuordnung der Adressen. Welche gehören dir, welche einer anderen Person, welche einem Dienst. Diese Angabe kann nur von dir kommen, und sie entscheidet je Transfer über steuerneutral oder Verkauf.

Euro-Ein- und Auszahlungen. Kontoauszüge für Käufe gegen Euro und für Auszahlungen aufs Bankkonto. Dieser Spur folgt ein Finanzamt zuerst.

Die Vorjahre. Auch wenn nur ein Jahr erklärt wird: FIFO greift auf den ältesten Bestand zu, und der liegt oft Jahre zurück.

Bereits erklärte Jahre. Wenn schon einmal Krypto erklärt wurde, gehören die damaligen Zahlen und der Bescheid dazu, damit die Fortschreibung anschließt.

Was eine Kanzlei nicht herstellen kann

Drei Dinge, an denen jede Auswertung hängt und die niemand außer dir beantworten kann. Die erste davon ist die teuerste.

Die Zuordnung fremder Adressen. Ein Abgang auf eine unbekannte Adresse ist aus Sicht des Finanzamts ein Verkauf zum Marktkurs. Ist es deine zweite Wallet, ist es ein steuerneutraler Transfer, und das Anschaffungsdatum läuft weiter. Der Unterschied kann fünfstellig sein, und in der Blockchain steht er nicht.

Die Einordnung unklarer Vorgänge. Ein Zufluss aus einem Vertrag kann ein Reward sein, ein Rücktausch, eine Rückzahlung oder Spam. Woher er kam, weiß nur, wer dabei war.

Die Vollständigkeit. Ob die gelieferten Daten in sich schlüssig sind, kann eine Kanzlei prüfen. Ob eine Wallet fehlt, sieht sie nicht.

Was ein guter Bericht mitbringt

Wenn die Daten stehen, ist das Ergebnis ein Bericht, und der sollte so aussehen, dass eine Kanzlei ihn übernehmen kann, statt ihn nachzubauen:

  • die vier Summen, getrennt nach § 23 EStG und § 22 Nr. 3 EStG,
  • die Vorgänge dahinter, jeder mit Datum, Art, Menge und Euro-Wert,
  • an jedem Wert die Herkunft des Kurses,
  • an jedem Verkauf die Anschaffung, aus der er nach FIFO bedient wurde,
  • die Quellenliste: welche Wallets, welche Börsen, welcher Stand,
  • das, was bewusst nicht drin ist: steuerfreie Verkäufe, Transfers, Spam.

Was davon warum wichtig ist, steht ausführlich in Was das Finanzamt sehen will. Welche Zahl am Ende in welche Zeile geht, in Anlage SO ausfüllen.

Die Arbeitsteilung, die funktioniert

Sie ist nicht die, die viele erwarten.

WerAufgabe
DuQuellen sammeln, Adressen zuordnen, die offenen Punkte entscheiden
Das WerkzeugFIFO je Wallet, Kreuzbewertung beim Tausch, Kurse zum Zeitpunkt, Gebühren am richtigen Geschäft, Summen je Vorschrift
Die Kanzleiwürdigen und unterschreiben: ist die Sicht bei Pools vertretbar, ist die Tätigkeit noch privat, wie geht man mit einem nachzuerklärenden Jahr um

Die erste Zeile ist die, die sich nicht delegieren lässt, und sie ist der Grund, warum blockbilanz offene Punkte anzeigt, statt sie stillschweigend zu füllen.

Wer diese Reihenfolge umdreht und der Kanzlei einen Ordner Rohdaten übergibt, bezahlt die Sortierarbeit zum Stundensatz einer Beratung. Das ist der teuerste Weg zum selben Ergebnis.

Für Kanzleien

Wenn Sie als Kanzlei mit Mandanten arbeiten, die Kryptowerte halten: Der Weg oben ist der, den blockbilanz unterstützt. Der Mandant arbeitet in seinem eigenen Bereich, entscheidet die offenen Punkte selbst und übergibt einen abgeschlossenen Bericht, der sich nicht mehr ändert. Was ab 2026 an Meldedaten gegen diesen Bericht läuft, steht in CARF und DAC8.

Dieser Text erklärt, wie blockbilanz rechnet, und ersetzt keine Steuerberatung. Für deinen Einzelfall gilt, was dein Steuerberater oder dein Finanzamt sagt.

FAQ

Häufige Fragen dazu

Reicht es, der Kanzlei meine Börsenexporte zu schicken?
Selten. Ein Export zeigt, was auf dieser Börse passiert ist. Was davor und danach lag, steht dort nicht. Ohne die Wallets dazwischen fehlt die Anschaffung, und ohne Anschaffung gibt es keinen Gewinn.
Kann die Kanzlei die Daten nicht selbst zusammensuchen?
Sie kann sie auswerten, aber nicht erfinden. Welche Adressen dir gehören, weißt nur du, und genau diese Zuordnung entscheidet darüber, ob ein Transfer steuerneutral ist oder ein Verkauf.
Was kostet es, wenn ich unvorbereitet komme?
Die Sortierarbeit wird nach Zeit abgerechnet, und sie ist bei Krypto der größte Posten. Je unklarer die Datenlage, desto mehr Rückfragen, und jede Rückfrage kostet zweimal.
Muss ich die Vorgänge selbst einordnen?
Bei blockbilanz ja, die offenen Punkte gehören dir. Eine Kanzlei prüft und verantwortet die steuerliche Würdigung, aber sie kann nicht wissen, ob eine fremde Adresse deine zweite Wallet oder die eines Freundes ist.
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